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# Agenten

> Ein digitaler Kollege mit eigenem Auftrag, eigenem Wissen und einem festen Besitzer, der eine wiederkehrende Aufgabe selbstständig übernimmt.

Manche Aufgaben wiederholen sich immer wieder und brauchen dabei dieselbe Grundlage: denselben Auftrag, dieselben Prozesse, dasselbe Wissen. Ein Agent bündelt das an einem Ort, statt dass jemand es jedes Mal neu erklärt. Er entscheidet danach selbst, welcher verbundene Prozess zu einer Anfrage passt, und jeder Lauf lässt sich hinterher nachlesen, mit Begründung.

## Wie du darüber denkst

Stell dir einen neuen Kollegen vor, dem du am ersten Tag erklärst, was er tun soll. Der Auftrag ist das, was du ihm sagst. Die Ablage ist die Schublade, in die er ablegen darf. Das Gedächtnis sind kurze Notizen, die ein Mensch für ihn hinterlegt; angeheftet reisen sie in jeden Lauf mit. Er schreibt sie sich nicht selbst. Und wie bei einem echten Kollegen gilt: er sieht nur, was ihm bereits zugänglich ist, nie mehr. Bei einem Agenten sind das die Rechte seines Besitzers, nicht irgendwelche eigenen.

## Wann du es nimmst

* Eine Aufgabe wiederholt sich, und dieselbe Grundlage (Auftrag, Wissen, Prozesse) soll dafür gelten, ohne sie jedes Mal neu zu erklären.
* Mehrere Prozesse sollen unter einer Frage zusammengefasst werden, und die Wahl, welcher passt, soll selbst getroffen werden, anhand eines Satzes, den du schreibst.
* Kolleginnen sollen Antworten aus deinem Wissen bekommen, ohne dass du ihnen den ganzen Bereich freigibst.
* Ein paar feste Merksätze sollen in jedem Gespräch mitgelten, statt in jedem neuen Chat wiederholt zu werden.

## Wann du es nicht nimmst

* Für eine einzelne, einmalige Frage. Der normale Chat reicht dafür, ganz ohne einen Agenten anzulegen.
* Für eine Aufgabe, die zu einer festen Uhrzeit von selbst starten soll, ganz ohne dass jemand fragt. Das kann noch kein Agent: er wacht nur auf, wenn ihn jemand anspricht oder ein Prozess-Schritt ihn aufruft. Bis es einen Zeitplan gibt, bleibt der Anstoß bei einem Menschen.
* Für Wissen, das nicht in fremde Hände darf. Ein geteilter Agent gibt sein Wissen an jeden weiter, der ihn benutzen darf, auch wenn diese Person den Bereich selbst nicht öffnen dürfte. Teile ihn nur mit Personen oder Abteilungen, denen du das Wissen auch direkt geben würdest.

## Was du vorher brauchst

* Ein Agent braucht einen Besitzer. Er arbeitet mit dessen Rechten, nie mit mehr.
* Für eine Ablage: ein Ordner, der bereits unter „Wissen“ angehakt ist. Ohne angehakten Ordner erscheint die Auswahl gar nicht.
* Ein Prozess muss angelegt und veröffentlicht sein, bevor der Agent ihn starten kann.
* Damit ein verbundenes Claude über MCP mit ihm sprechen kann: der Besitzer muss das im Reiter „Zugang“ ausdrücklich einschalten. Voreingestellt ist es aus, und wenn der Agent handeln kann, verlangt die Fläche eine zweite Zustimmung.

## So gehst du vor

1. Auf der Seite „Agenten“ (Menü „Mehr“) auf „Agent erstellen“ klicken, Namen und Auftrag eintragen oder eine Vorlage wählen.
2. Der Agent entsteht als Entwurf. Im Reiter „Auftrag“ den Auftragstext schreiben, so wie einer neuen Kollegin am ersten Tag.
3. Im Reiter „Wissen & Werkzeuge“ unter „Wissen“ die Ordner anhaken, dann Prozesse und Skills verbinden, je mit einem Satz „Wann einsetzen“, und zuletzt bei Bedarf eine Ablage wählen.
4. Mit dem Schalter „Probelauf“ ausprobieren, wie der Agent antwortet, solange er noch Entwurf ist.
5. Im Reiter „Zugang“ unter „Wer ihn ansprechen kann“ zwischen „Nur ich“, „Ausgewählte“ und „Alle“ wählen.
6. Mit „In Dienst stellen“ den Agenten scharf schalten. Danach heißt die Schaltfläche „Anschreiben“ und öffnet den Chat mit ihm.

## Beispiel

Ein Vertriebsteam legt den Agenten „Angebots-Checker“ an, hakt den Ordner mit der Einkaufsrichtlinie an und verbindet den Prozess „Angebot prüfen“ mit dem Satz „Wann einsetzen: wenn nach einer Freigabe für ein Angebot gefragt wird“. Unter „Zugang“ steht er auf „Ausgewählte“. Fragt jemand aus dem Team ihn im Chat, entscheidet der Agent selbst, ob der Prozess passt, und im Reiter „Arbeit“ steht anschließend der Lauf mit der Begründung für die Wahl.

## Was es von deinen Daten sieht

Ein Agent sieht nur, was sein Besitzer heute sehen darf, geprüft bei jedem einzelnen Lauf, nicht als einmaliger Schnappschuss beim Anlegen. Verliert der Besitzer ein Recht, verliert der Agent es im selben Moment. Wer einen Agenten benutzen darf, bekommt Antworten aus dem Wissen des Besitzers, kann dessen Bereiche aber weder selbst durchsuchen noch öffnen. Was ein Agent in seiner Ablage speichert, sieht jeder, der den Ordner sieht, auch wenn es aus einem vertraulichen Gespräch stammt.

## Grenzen

* Es gibt noch keinen Zeitplan. Ein Agent arbeitet nur, wenn ihn jemand anspricht oder ein Prozess-Schritt ihn aufruft, nicht von selbst zu einer festen Uhrzeit. Auf der Fläche steht an dieser Stelle „Bald“.
* Über Slack ist ein Agent heute nicht erreichbar. Verbinden lässt sich in der Oberfläche nur die Direktnachricht, Kanal-Erwähnungen bietet die Fläche gar nicht an. Und auch die Direktnachricht kommt nicht an: der Eingang für Slack weist jede Nachricht ab, solange das Signatur-Geheimnis nicht auf dem Server hinterlegt ist, und hinterlegt ist es nicht.
* Geliehen wird nur das Wissen. Prozesse und Skills werden bei jedem Lauf gegen die Rechte der fragenden Person geschnitten: einen Prozess, den ein Kollege selbst nicht starten darf, startet der Agent auch für ihn nicht, und ein Skill, den er nicht sehen darf, fällt aus der Ausstattung heraus.
* Pro Lauf reisen höchstens 12 Prozesse mit. Verbinden lässt sich mehr, mitgenommen wird der Anfang der Liste, die Reihenfolge ist deshalb die eigentliche Auswahl.
* Ein Agent kann keinen zweiten Agenten aufrufen. Die Fläche bietet dafür kein Bedienelement an, weil eine solche Verbindung heute nirgends gelesen würde.
* Solange ein Agent Entwurf ist, antwortet er nur seinem eigenen Ersteller. Jeder andere Weg, auch über MCP und aus einem Prozess heraus, wird abgelehnt, bis er in Dienst gestellt ist.
* Verliert der Besitzer den Zugriff auf einen angehakten Ordner, fällt genau dieser Ordner aus jedem Lauf, auch aus den Läufen der Kollegen. Wird der Besitzer dagegen deaktiviert, ruht der ganze Agent, bis ihn jemand ausdrücklich an eine andere Person übergibt.
* Der Agent schreibt sich seine Notizen nicht selbst. Alles im Gedächtnis hat ein Mensch eingetragen, und nicht angeheftete Notizen verfallen automatisch nach 90 Tagen.
* Es gibt keine Kostenanzeige in Euro, nur Token-Zahlen eines zurückliegenden Zeitraums.

## Was du als Nächstes lesen solltest

* [Prozesse](/faehigkeiten/prozesse): Ein festgelegter Ablauf aus Bausteinen, den die Plattform auf Knopfdruck oder nach Zeitplan abarbeitet und protokolliert.
* [Wissen](/faehigkeiten/wissen): Der Ort, an dem die Unterlagen deiner Firma liegen, damit KontorStack seine Antworten darauf stützen kann.

<Note>Stand dieser Angaben: 2026-09-04.</Note>
